Ich bin ein geselliger Mensch. Ein Nachtessen bei Freunden oder Bekannten macht mir dann besonders Spass, wenn am Tisch auch neue Gesichter auftauchen. Leute, mit denen man sonst wohl kaum ins Gespräch gekommen wäre. Denn, wo lernt unsereiner überhaupt noch spannende Menschen kennen.

VON Kurt Aeschbacher

In Clubs rumzuhängen und einem Gegenüber in Konkurrenz zur dröhnenden Beschallung abgehackte Sätze in Kurznachrichtenlänge in die Ohren zu schreien, ist mir seit langem zu anstrengend. Diese Art von Sprachlosigkeit langweilt mich. Und in irgend einer Bar all die verlorenen Seelen zu beobachten, die auf ihrem Iphone Facebook Nachrichten checken, kann ich auch im Tram, Zug oder auf der Strasse. Deshalb bin ich nicht nur gerne Gastgeber, sondern noch lieber Gast. Am liebsten in kleinen Runden, die ein Tischgespräch überhaupt noch ermöglichen.

Kürzlich hielt sich jedoch meine Begeisterung rund um eine Einladung bei Bekannten in Grenzen. Wochen zum voraus aufgeboten, traf ich auch pünktlich zur vereinbarten Zeit am Ort des Geschehens ein. Dies im Wissen, dass nichts lästiger ist, als verspätete Gäste, denn dann landet das Filet zäh, das Gemüse verkocht und der Risotto als Pflotsch auf dem Teller. Pünktlich am besagten Abend waren auch zehn weitere Gäste, aber die anderen fünfzehn liessen (mit Recht, wie sich später erwies) auf sich warten. Ein gemütliches Nachtessen – so die Ankündigung auf der Einladung – mit 25 Personen? Ein Alptraum…

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