Es scheint paradox, dass gerade jenen, die sich von der Welt zurückziehen, ein tieferes Verständnis für grössere Zusammenhänge und Lösungen zuteil werden. In Asien gibt es eine Jahrtausende alte Kultur von Yogis, denen sich durch ihre weltliche Entsagung zeitlose Wahrheiten offenbaren. Auch in der europäischen Kultur ist eine alte Tradition von christlichen Mystiker/innen verankert, die sich dem spirituell-kontemplativen Leben widmen. Ein grosser Mystiker des Spätmittelalters, der einging in die Weltgeschichte als Friedensstifter, Visionär und mystischer Seher, war der Schweizer Nationalheilige Niklaus von Flüe.

VON MARCELLE DE MICHIEL

Bruder Klaus: Holzschnitt von 1518 – Foto: bruderklaus.com

2017 ist das Jahr des Gedenkens, anlässlich des 600-jährigen Jahrestages von Niklaus von Flüe. Eine Zeit, welche wichtige ethische Denkanstösse in die Welt der Gegenwart tragen wird. Wer war dieser umsichtige Schweizer? Was wäre Niklaus von Flüe für ein Mensch heute, 600 Jahre später? Würde er als sozialer Reformer regelmässig internationale Politiker, Intellektuelle, Künstler und suchende Menschen aller Traditionen in die Innerschweiz nach Ranft in seine Einsiedelei, zu Friedenstreffen einladen? Womöglich.

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